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Erste Erfahrungen mit meinen Florida Zwergseepferdchen

Hippocampus zosterae

ein Bericht von Anke Gerth, veröffentlicht am 26.04.2015

Hippocampus zosterae

 

Nach fast 3 Jahren der Vorbereitung und des Wartens war es am 20.03.15 endlich soweit und ein Trupp von 7 Florida-Zwergseepferdchen hielt bei mir Einzug. Geplant war dieses Projekt bei mir schon 2012 aber gesundheitliche und private Gegebenheiten ließen mich vorerst davon wieder Abstand nehmen.

Im März dieses Jahres ging dann alles plötzlich ganz schnell und so sind  4 Jungs und 3 Mädels  in halbstarkem Alter eingezogen. Geplant war (und ist) die Unterbringung in einem 30Liter-Nanobecken, das eigens dafür aufgestellt und eingerichtet wurde. In diesem tummeln sich derzeit ein paar Hohlkreuzgarnelen (Thor amboinensis) die auch mehrfach bereits mit H. zosterae vergesellschaftet worden sind und ich versuche Tisbe biminensis dauerhaft zu etablieren.

H. zosterae werden nur max. ca. 3,5 cm groß. Sie sind Lauerjäger und gehen nicht aktiv auf Nahrungssuche. Das bedingt eine zumindest zeitweise hohe Futterdichte, die in größeren Aquarien nur schwerlich herzustellen ist.

 

Da dies meine ersten Pferdchen sind und mir so noch Erfahrungen im sicheren Umgang mit ihnen fehlen, habe ich mich in dieser Hinsicht an die Erfahrungen des Vorbesitzers gehalten und sie zunächst in einem 10-Liter-Aquarium mit sog. „sterilen“ Hälterungsbedingungen untergebracht.

Es gibt zahlreiche Berichte über plötzliche unklare Sterbefälle bei „naturnaher“ Haltung, so dass ich mir Experimente zunächst nicht leisten möchte.

Dazu kommt die hohe Futterdichte die gewährleistet werden muss, – insbesondere wenn sich Nachwuchs eingestellt hat -  was bei der gewöhnlich gehandhabten Nutzung von frischgeschlüpften Artemia-Nauplien zwangsläufig zu Problemen - die Beckenbiologie betreffend - führt.

 

Mein Pferdchen-Aquarium beinhaltet daher ein bisschen Bodengrund, einige Plastikpflanzen, einige Stängel Algen, Regelheizer, Luftheber, das als bei den Tieren allseits sehr beliebte Thermometer und eine Dennerle-Reeflight-Beleuchtung mit 24 Watt.

Bis auf die Lampe wird das gesamte Inventar einschließlich Becken einmal wöchentlich komplett gründlich gereinigt und desinfiziert. Das klingt nach viel Aufwand, aber einmal 2 Stunden wöchentlich nehme ich dafür gern in Kauf. Das wiegen die vielen Stunden der Beobachtungszeit und die Freude an den Tieren locker wieder auf.

 

Trotzdem bin ich Aquarianerin, möchte die naturnahe Haltung nicht aus dem Auge verlieren und arbeite mit Unterstützung im Erfahrungsaustausch mit anderen Zosterae-Haltern weiter darauf hin.

 

Die große Überraschung folgte dann kurze Zeit später, am 8.4.15 konnte ich in der Mittagszeit plötzlich 8 schneeweiße ca. 4mm große Minipferdchen entdecken! Nach der ersten Aufregung musste dann nahrungstechnisch umgeplant werden. H. zosterae nimmt nur Lebendfutter und so gab es ab sofort nicht nur Copepoden sondern auch noch frischgeschlüpfte Artemia-Nauplien, Tisben sowie Nitokra lacustris.

 

Die Jungtiere wurden dazu mit einer abgeschnittenen Pipette in einen Einhängekasten überführt, in dem sie 10 Tage blieben.

Es ist unglaublich wie schnell die Jungpferdchen wachsen. Nach 10 Tagen bereits fast doppelt so groß, sitzen sie nun wieder bei den älteren Tieren.

Als Nahrung erhalten sie ab jetzt, zusätzlich zu den frisch geschlüpften, einen Tag lang angereicherte Artemien. Die frisch geschlüpften reiche ich nur deshalb noch weil ein „Mickerling“ dabei ist, der auch jetzt noch nur unwesentlich größer ist als nach dem Schlupf. Er scheint so gut wie gar nicht zu wachsen, frisst aber (wie ich mit einer Lupe eindeutig erkennen konnte), ist mobil und so gebe ich ihn auch nicht auf.

 

Vor ein paar Tagen habe ich erneut Eier auf dem Boden des Aquariums gefunden, sollten sie aus einer etwas missglückten Eiübergabe stammen, habe ich vielleicht bald wieder das Glück mich über Pferdchen-Nachwuchs freuen zu können.

Ich werde berichten…

 

(In eigener Sache: Meine Tiere sind entsprechend des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) ordnungsgemäß gemeldet beim brandenburgischen Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Potsdam.)

 

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